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 Saalbau Recklinghausen
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    Im Jahr 1897 wurde die Gastwirtschaft „Kaisergarten" erweitert und es entstand daraus der Saalbau. Der Saal mit Theaterbühne und Musik-Empore war bereits um 1900 1000qm groß. Im ersten Weltkrieg wurde der Saal als Lazaret genutzt, in der Zeit von; 1923 bis 1925 quartierten sich dort während der Ruhrbesetzung Französische Truppen ein. Nach dem Ende der Ruhrbesetzung kaufte die Stadt Recklinghausen die Gaststätte mitsamt Saal, es wurden umfangreiche Umbaumaßnahmen für insgesamt 600.000 Mark durchgeführt so wurden im ersten Obergeschoss Konferenzräume eingerichtet und der Saal bot nach seiner Erweiterung Platz für 1.500 Gäste, 300 Sänger und 100 Musiker. In der Zeit vom 23.- 30. November 1925 wurde der Saalbau mit einer Musikwoche eröffnet. Der Saalbau wurde für alle möglichen Arten von Veranstaltungen genutzt, von Konzerten über Tanzveranstaltungen und Karnevalsfeiern bis hin zu Ratssitzungen war alles dabei. Der erste Parteitag des CDU-Verbandes Westfalen/Lippe 1946 wurde hier im Saalbau abgehalten. Aus Dankbarkeit für die illegalen Kohlehilfen der Zeche König Ludwig an die Hamburger Theater im Winter 1946/47 kamen 150 Schauspieler der drei Hamburger Bühnen unter dem Motto „Kunst gegen Kohle“ im Sommer 1947 in den Saalbau, hieraus entstanden später die Ruhrfestspiele die von nun an jedes Jahr im Saalbau stattfinden sollten. Mit der immer größer werdenden Bedeutung der Ruhrfestspiele wurde auch das Verlangen nach einem größeren Theater immer größer und bereits 1950 das erste mal gefordert, 1965 war es dann soweit und die Ruhrfestspiele zogen in das neue Ruhrfestspielhaus. In den Jahren 66-67 wurde der Saalbau ein letztes mal umgebaut. Mehr als zehn Jahre lang war der Saalbau Spielstätte der inzwischen eingestellten Kammermusikvereinigung Recklinghausen. Im April 2000 wurde der Saalbau dann wegen Brandschutzmängel geschlossen, das seit dem leerstehende Gebäude verfällt immer mehr und verursacht im Jahr ca 20000€ Unterhaltskosten. Für eine Renovierung die bereits 1999 11Millionen € kosten sollte hat die Stadt kein Geld, der Abriss würde "nur" 200.000 € kosten. Die Sparkasse wollte einen Abriss verhindern und bot der Stadt eine Summe von 10Millionen€ für den Umbau zu einem Zentralmuseum an. Leider hat die Stadt trotz allem 2012 entschieden das der Saalbau abgerissen wird, mittlerweile sind die arbeiten im vollen gange. Schade drum, leider ist für viel Scheisse Geld da aber für Gebäude mit Geschichte fehlt es oftmals.
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